Anna & Bernhard BlumeDas Buch versammelt Polaroids und Polaroidcollagen von Anna und Bernhard Blume aus den Jahren 1988 bis 2000. In den neunziger Jahren steht diese Werkgruppe mit dem Titel Prinzip Grausamkeit im Zentrum ihres Schaffens. Erst waren es Gegenseitigkeitsbilder, die das Klner Knstlerpaar (*1937) voneinander machte. Dann entstand eine Bilderserie, die nach verhaltenen Anfngen in ein orgiastisch lustvolles Massaker der Deformation, der Dekonstruktion der
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Das Buch versammelt Polaroids und Polaroidcollagen von Anna und Bernhard Blume aus den Jahren 1988 bis 2000. In den neunziger Jahren steht diese Werkgruppe mit dem Titel Prinzip Grausamkeit im Zentrum ihres Schaffens. Erst waren es »Gegenseitigkeitsbilder«, die das Kölner Künstlerpaar (*1937) voneinander machte. Dann entstand eine Bilderserie, die nach verhaltenen Anfängen in ein orgiastisch-lustvolles Massaker der Deformation, der Dekonstruktion der Physiognomie führt: Triviale Plastikdinge, Kleiderbügel und bunte Heimwerkerutensilien traktieren und deformieren die Gesichter der Künstler. Das hoch besetzte, klassische Genre des Künstlerselbstporträts mutiert zu einer Folge schamloser Entstellungen und dementiert, wie Anna und Bernhard Blume selbst formulieren, den »Mythos des Porträts und die darüber beschworene Autonomie des Subjektes«. Im Zusammenspiel der blutroten Polaroidserie mit Sentenzen, die von dem französischen Philosophen Clément Rosset inspiriert sind, zeigt sich die sarkastische Verweigerung jeder tröstlichen Metaphysik, die diebische Lust am Verhängnis: »Das Glück ist ohne Pardon«. Ausstellung: Kunsthalle Göppingen 29.6.-10.8.2003